Konzert: Hein Cooper / Birthh

HEIN COOPER hat zwei turbulente Jahre hinter sich: In seiner Heimat Australien hat der Songwriter 2015 seine Debüt-EP veröffentlicht und es damit schnurstracks in die Playlist des renommierten Radiosenders Triple J geschafft. Er ist durch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien, Kanada, Amerika, Tschechien, Österreich und die Schweiz getourt – unter anderem als Support von Sophie Hunger, Bear’s Den, Lukas Graham und Kim Churchill – und hat kurz vorm Jahreswechsel beim Falls Festival in Australien auch noch seine erste Show mit voller Band absolviert. 2016 folgte dann das Debütalbum „The Art Of Escape“, mit welchem er im Herbst 2016 auch schließlich auf große Headliner Tour durch Deutschland ging.

Doch der Reihe nach. Zur Musik kam der Sohn eines Australiers und einer Niederländerin (deshalb heißt er auch Hein) durch pubertären Wetteifer. „Als ich 14 war, fing mein bester Kumpel an Gitarre zu spielen“, erinnert er sich, während Sydneys Vororte am Autofenster vorbei ziehen. „Da wir beide ständig versuchten uns gegenseitig zu übertrumpfen, kaufte ich mir auch eine und lernte die gleichen Songs wie er. Mein Kumpel hörte bald wieder auf zu spielen, aber ich war ab da besessen von Musik“. Schnell fing Cooper an eigene Songs zu schreiben. Er zog ins dreieinhalb Stunden entfernte Sydney und begann – um Geld zu verdienen – Cover-Gigs zu spielen. Fünf Abende die Woche, drei Stunden pro Abend. Bei einer Support-Show der kanadischen Band Half Moon Run im Jahr 2013 wurde er schließlich von deren Manager entdeckt – und prompt nach Montreal eingeladen, um dort weiter an Songs zu feilen.

In Montreal, im Aufnahmestudio seiner Plattenfirma Indica Records, entstand nun auch „The Art Of Escape“. Beeinflusst von Künstlern wie Angus & Julia Stone, Radiohead, Ben Howard, Bon Iver und Beck nahm COOPER gemeinsam mit Produzent Marcus Paquin (Arcade Fire, The National) zehn Songs auf, die sich zwischen Indie und Pop bewegen, dabei aber beeindruckend abwechslungsreich sind. Reduzierte Akustikballaden wie der Titelsong des Albums stehen in Kontrast zu gutgelaunten Upbeat-Nummern wie „Rusty“ oder „Overflow“, das mit einem tanzbarem Beat, glasklarem Falsett-Gesang und allerhand verspielten Sounds überrascht.

„Der Grund, warum die Stücke so unterschiedlich klingen, ist dass ich immer versuche einen Stil zu finden, der das Gefühl und die Emotion des jeweiligen Songs vermittelt oder gar verstärkt“, so Cooper. „‚The Art Of Escape’ haben wir in einem Take live aufgenommen, mit einem Mikro auf meiner Stimme und einem auf der Akustikgitarre. Das war die perfekte Präsentation für diesen eher nachdenklichen Song. ‚Overflow’ hingegen, das davon handelt, spirituell high und an einem anderen Ort zu sein, brauchte einen volleren, überdrehten Sound.“

Nicht nur musikalisch, sondern auch textlich sind COOPERs Songs nämlich weit gefächert. „Dopamine“ zum Beispiel ist seiner Heimat Milton gewidmet. „In der ganzen Region leben gerade mal 13.000 Menschen. Es liegt an der Küste, umgeben von Wald, und ist wirklich ein magischer Ort. Wenn dahin zurückkomme, habe ich stets das Gefühl, dass die Welt dort noch in Ordnung ist“, sagt er. Früher habe er noch viel mehr über die Natur gesungen. Geradezu Bon-Iver-isch seien seine Songs gewesen. „Doch als ich nach Sydney zog und mehr zwischenmenschliche Erfahrungen gesammelt habe“, sagt er, „erweiterten sich meine Themen und unbeschwerte Songs wie ‚All My Desires’ entstanden.“ Darin geht es um all das, was Cooper nicht hat, aber gerne hätte. Superkräfte zum Beispiel.

„Water“ und „Cursed My Life“ hingegen handeln von Beziehungen und gebrochenen Herzen, während „Polar Bears“ und „The Art Of Escape“ sich um Veränderung und Eskapismus drehen. „‚The Art Of Escape’ habe ich geschrieben, als ich in Sydney lebte und mein Leben einfach nicht so lief, wie ich das wollte“, verrät er. „Ich spielte diese Cover-Gigs und kam einfach nicht voran. Heute weiß ich, dass jene Zeit die beste Schule war.“

 

Support: Birthh

BIRTHH is the project of 20 year old Alice Bisi from Florence, Italy. Since the release of the debut „Born in the Woods“ (WWNBB-2016) the band has performed a great number of shows and festivals, including SXSW, Eurosonic, Ypsigrock, Ment, Canadian Music Week, Treefort, etc, and the album has been included in various „best-of 2016“ lists, and mentioned by eminent press such as „The Sunday Times“ of London, „The Wall Street Journal“, „NPR“, and many more.

The music and the lyrics are filled with references that evoke the flash through which BIRTHH speaks: “I’ll be poison  in your blood / And I’ll be darkness in your eyes / And I’ll be propane in your lungs” (Wraith). Chlorine is the synthesis of a poisonous love: “You’re chlorine in my veins / The blood  flooding to my brain.” The outcome in all cases is fatal: “and kill my senses now, I don’t mind / if you want  death, darling, death you’ll find” (Senses).  The sound of this torment shows great attention to detail and a taste for downtempo-ambient atmospheres. Born In The Woods combines the sensitivity of songwriting with clear folk roots, to the refinement of electronic arrangements. The most striking feature of this album are the vocal harmonies, leading the songs to epic climaxes reminiscing of gospel music, making the intense voice of BIRTHH speak directly to the heart.

 

16.9.2017/ Einlass 19:30 Uhr /Beginn 20:30 Uhr

VKK 16€ zzgl. Gebühren / Reservierung 19€ (reservierung@milla-club.de, begrenztes Kontingent) / Abendkasse 20€

Karten – HIER!