Konzert: Low Leaf // Wendekind

Low Leaf

Discovered on Flying Lotus‘ Cosmogramma album, Los Angeles based artist Low Leaf is a multi-instrumentalist, vocalist, composer and producer. Rooted in classical piano since early childhood, she combines an array of genres by playing the harp, piano, guitar, singing, and making beats. Her self taught harp and production skills give way for a more unrestricted and unique sound, everchanging in a spectrum of its own. Having self released music since 2012, she continues to grow in her own lane and ultimately seeks to be an instrument of truth in hopes of reawakening the world to its divine heritage.

Support: Wendekind

„Egal, wie tief die Löcher aus meinem Leben sind, ich wende das Blatt mit dem kleinen Jungen zum Guten, ich bin das Wendekind!“, freestylte Benjamin Süss einst für sich in seinem heimischen Studio so dahin und schon war er geboren, sein Künstlername. Und apropos Kunst, ein Sprachkünstler ist er, ein Wortakrobat, poetischer Denker, denkender Lyriker. Seine Musik ist demzufolge poetisch-lyrischer Sprech-Pop auf Deutsch, angereichert mit dezenten Elementen aus HipHop, Folk und Electronica. Mit dem Dramaturg und Schriftsteller Benjamin Franklin Wedekind verbindet Wendekind außer seiner Heimatstadt München eher weniger, wenngleich er seine Texte natürlich überaus zu schätzen weiß. Als musikalische Reminiszenzen fällt einem ein minimalistischer Casper ein, wenn es etwas enthusiastischer, gelegentlich auch düsterer zu rocken beginnt. Aber auch ein entspannter Clueso ist nicht allzu weit weg, immer dann wenn es eher gemächlich und sonnig poppt. Vielleicht meint man auch die Nähe zu Leuten wie Max Herre und Maxim zu hören, in jedem Fall aber ist es immer die erste Sahne der deutschen Popkultur die einem in den Sinn kommt, wenn man Wendekind so zuhört. Und das ist in jedem Fall sehr schön, erfrischend und dann auch wieder auf unverkennbar eigene Art wohltuend anders. So schön und so anders gar, dass man Wendekinds Pop-Prosa am liebsten auswendig lernen möchte, um fortan und bis in alle Ewigkeit Wort für Wort mitsingen zu können.

Wendekind ist das Soloprojekt des Münchners Benjamin Süß. Zur Musik kam er schon als Kind. Kaum konnte er zwei Akkorde auf der Gitarre fing er auch schon an Songs in seiner Muttersprache zu schreiben. Die erste Band dann hat sich mit Haut und Haaren dem Punkrock verschrieben, war geprägt durch die Einflüsse von WIZO, den Ärzten und den Toten Hosen. Ein bisschen später entwickelte sich der Sound in Richtung Hardcore und so dominierte auf einmal die härtere Gangart von Bands wie MadBall und Maschine Head. Etwas später kam dann noch der HipHop hinzu und so wandelte sich das Ganze in Richtung Crossover und Bands wie Rage Against The Machine, Dog Eat Dog und Downset.

Die Reise durch die Genres nahm für Benjamin Süss hingegen kein Ende. Als er 2002 durch die Szene clubte und von Drum´n´Bass bis Minimal alles aufsog was sich im elektronischen Untergrund bewegte, fing er an zu Hause in seinem Studio zu experimentieren und lernte eben jene Genres zu spielen und zu lieben. Neben diesen ganzen Ausflügen freestylt er bereits im zarten Teenageralter immer mit seiner Gitarre auf der Couch und textet dabei frei aus Gedanken, was seine Seele bewegte. Anfangs noch Gesang wurde es später ein vom Rap beeinflusster Sprech-Pop und 2010 wurde so letztlich bei einer Freestylesession in seinem Studio eine Zeile über das Wendekind erschaffen.

Der Name von Heute war geboren und anfangs reduzierte sich das Projekt auf reines Songwriting. Ruhige Gitarren arrangierten sich zwischen Zupfen und Strumming und im Focus standen die deutschen Texte. 2014 dann veröffentliche Wendekind mit Band das im Eigenvertrieb erschienene Indiepop-Album „Ein Baum, ein Wald“. Es folgten 2015 Auftritte im Theatron, beim Sound Of Munich Now und in ein paar lokalen Clubs. Doch schon kurze Zeit später fiel die Formation wieder auseinander und Wendekind machte sich wieder solo ans Werk um neue Songs zu schreiben. Im März 2017 lernte er den Musiker (Sportfreunde Stiller, Emil Bulls) und Produzenten Paul Reno (Fiva & das Phantom Orchester) kennen, mit dem er nun gemeinsam an breakigen Rhythmen und einer satten Ladung Pop arbeitet. Nicht zuletzt ist es aber seine Poesie, die einfach und tief, mehrdeutig und geradeaus, gefühlvoll und spielerisch die Intentionen in die Kunst bringt und jedem Subjekt etwas Eigenes erleben lässt. Eine eigene Reise in einem gemeinsamen Gefühl, wie ein Blick ins Feuer, der fasziniert aber nie greifbar wird und jedes mal neu erlebt werden kann. So beschreibt er seine Werke, die auf mehreren Ebenen einschlagen und die er zwischen Rock, HipHop,Folk und elektronischen Einflüssen in ein mächtiges Popgewand kleidet.

 

07.04.2017 / Einlass: 19:30 Uhr / Beginn: 20:30 Uhr / Karten: VVK: 12 Euro zzgl Gebühren / Reservierung: 13 Euro (reservierung@milla-club.de, begrenztes Kontingent) / Abendkasse: 15 Euro

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