Secret Garden // Milla Club und Haus der Kunst

Milla Club und Haus der Kunst präsentieren:
Secret Garden

Eine Bühne am Haus der Kunst im Rahmen des 375 Hektar Musik- und Theaterfestival und Bayern Spielt im Englischen Garten.

26.- 29.08.2021

Zwei Tage Programm vom Haus der Kunst, gefolgt von zwei Tagen Programm der Milla, vereint auf der Terrasse des Hauses der Kunst.

Mit: Sedef Adasi, mobilegirl, Emiranda, Sophia Kennedy, Charlotte Brandi, Conny Frischauf, Taz Chernill, Caitlin van der Maas und Anna Gschnitzer

***präsentiert von Bayern2/ Zündfunk

 

26.8.
Sedef Adasi
Emiranda

27.8.
mobilegirl
Emiranda

28.8.
Anna Gschnitzer (Lesung)
Caitlin van der Maas (Lesung)
Sophia Kennedy

29.8.
Conny Frischauf
Taz Chernill
Charlotte Brandi

(mehr KünstlerInnen Infos unten)

 

26.-29.08.2021

Einlass 26. & 27.08.: 19:30 // Beginn: 20:00

Einlass 28. & 29.08.: 18:30 // Beginn 19:15

 

Tagestickets: VVK 10 Euro

Kombitickets 2 Tage: VVK 18 Euro

Tickets hier

 

Programm 26.08.

Programm 27.08.

Programm 29.08.

 

28.08.:

Anna Gschnitzer 

In „SHRIMP“ schreibt Anna Gschnitzer über Mutterschaft, Kontrollverlust und Adrenalin,
über Wut und Care und über die Gründe warum sich künstlerische Produktion so selten mit
reproduktiver Arbeit beschäftigt. Und sie schreibt über die Lust einer sogenannten „jungen
Mütter“ sich zu prügeln

Anna Gschnitzer, geboren 1986 in Innsbruck, aufgewachsen in Südtirol. Sie studierte
Vergleichende Literaturwissenschaft und am Institut für Sprachkunst an der Universität für
angewandte Kunst in Wien. Als Autorin, Dramaturgin und Regisseurin war sie an
verschiedenen Performances, Theater- und Opernproduktionen beteiligt. Zuletzt arbeitete sie
an den Münchner Kammerspielen und am Residenztheater München als Dramaturgin. Sie
wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u.a. mit dem Jahresstipendium
der LiterarMechana, dem Dramatik Stipendium der Stadt Wien und dem Publikumspreis des
Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik. 2021 erhielt Sie den Publikumspreis
des Heidelberger Stückemarkts für ihr Stück „Einfache Leute“, das am Staatstheater Mainz
uraufgeführt wurde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter derzeit in München.

 

Caitlin van der Maas

Karl im All zu Hause
verhandelt in fünf Liedern und Bildern die Themenfelder rund um die Fragen nach einer online-Identität und kultureller Aneignung in der Popmusik.
Pamela und Karl begeben sich auf Identitätssuche. Pamela beginnt nach dem Rauswurf aus ihrer Girlband gerade ihre Solo-Karriere und Super-Fan Karl begleitet sie dabei virtuell. Sie bereist fünf Kontinente, während er versucht seine Sehnsucht nach
Selbstverwirklichung im Netz auszuleben. «Karl im All zu Hause» verhandelt die Identitätssuche im digitalen Zeitalter und Fragen nach kultureller Aneignung der Popmusik.

Caitlin van der Maas arbeitet seit 2015 als freie Regisseurin und Schriftstellerin für transdisziplinäres zeitgenössisches Musiktheater, oft mit lokalem Bezug oder für eine bestimmte Lokalität, in München. Ihre nächste Inszenierung über Kulturelle Aneignung in Popmusik und Online Identität, ‚Karl im ALL zu Hause‘, wird voraussichtlich am 7. Oktober 2021 Premiere haben in der neue Schwere Reiter, München.

 

Sophia Kennedy 

Im Sommer 2017 ist ihr Debutalbum eingeschlagen und hinterließ Krater der Bewunderung
weit über Deutschland hinaus. Das tönende Geschoss hieß «Sophia Kennedy», nach der in
Baltimore, USA, auf-gewachsenen und in Hamburg lebenden Musikerin selbst betitelt.
Jetzt kommt «Monsters», das zweite von Sophia Kennedy. Und die Welt ist wahrlich nicht
mehr die gleiche.
«Monsters» ist Musik zur bipolaren Gegenwart. Ein Album, das die Fliehkräfte der Zeit nicht
abwehrt, sondern in dreizehn Songs zum Tanz bittet.
«Monsters» spielt mit den unklaren Zuständen zwischen Bedrohung und Befreiung. Der Pop
von Sophia Kennedy ist kein Parteiprogramm, sondern ein Panoptikum der Möglichkeiten,
die es angstfrei auszuprobieren gilt. «Are you fact, are you fiction / you appear in many
shapes / we will both look the same / once we lie in our graves» singt Kennedy in der Strophe
von «I Can See You», die an Karen Dalton erinnert, eine US-amerikanische Folksängerin der
Sechzigerjahre, der man die Genussmittel ähnlich gut anhörte wie Billie Holiday. Im Refrain
klingen Kennedys Stimmbänder aber wieder so dehnbar wie das Gummi einer
Steinschleuder. Unter- oder überspannt, high or low, orange or blue: Wer kann das immer
auseinander halten?
So hören wir auf «Monsters» oft mehrere Versionen von Sophia Kennedy. Manchmal im
selben Lied wie in «Orange Tic Tac», diesem Bericht aus der digitalen Nachrichtenwelt, in
der Lethargie und Aktionismus miteinander ringen.
«Monsters» lässt uns auch die Arbeitsgemeinschaft Kennedy-Reents besser hören, die eine
herkömmliche Beziehung von Musikerin und Produzent an Intensität weit übertrifft. Beide
machen fast alles – Kennedy sitzt auch mal an Beats, Reents komponiert mit.
Kennedy spielt mit dem Drama, das auf «Monsters» die Psychedelik sucht, die Zonen, wo die
Vernunft nicht mehr Alleinherrscherin ist. Wenn die Musik flattert, muss die Sängerin die
Ruhe bewahren.
Am Ende von «Dragged Myself into the Sun», einer Erinnerung an Kennedys frühe Tage,
eher Nächte in der Hamburger Bohème, spricht die mittlerweile verstorbene Großmutter aus
Baltimore am Telefon: «I am glad you are meeting interesting people and you like the city».
Diese interessanten Leute sind manchmal die Monster, die man selber hervorbringt. Im
Leben, auf der Bühne, im Studio. Sie zu verdrängen wäre sinnlos. Sie zu vertonen und in der
Kunst zu bändigen, ist die viel bessere Idee. Vor allem wenn Sophia Kennedy den Job
übernimmt.