Konzert: Bird Berlin | Angela Aux

Bird Berlin

Immer-Birdi-Alles-Forever!

Nach 15 Jahren extraordinärem Glitzer und quietschfidelem Euphoriktanz verklingen bis 2020 Bird Berlins letzte Töne, aber bis dahin voll und für immer. Die nektarreiche Honigbiene Birdi wirft mit seinen letzten Schweißperlen nochmal diesen komplett-nackigen Glanzbody in die Waagschale und holt alles aus seinen zarten Diskofüßen. Alle Signale stehen auf Gold und sind ready zum Verglühen.

Bird Berlin will sich von allen liebevollen Veranstalter*innen, Freund*innen und Fans voller Dankbarkeit verabschieden und reist ein letztes mal durch die bunte Republik. Dazu hat er sein neues und finales 3-fach Best Of Album “Immer-Birdi-Alles-Forever” eingepackt in dem er alle Songs nochmal komplett neue erschaffen hat.

Jede Pyjamaparty endet vor oder im Kühlschrank und es läuft uns schier das klebrig, knutschende Wasser im Mund zusammen. Nahezu unerreichbar neben den auftauenden Mangostückchen glänzt etwas pralles, rundes, leckeres an den Pfirsichwangen hervor. Mitten zwischen den Früchten des Funks schlemmt sich Bird Berlin durch den reich bestückten Glitzer-Pop-Obstkorb und kommt aus dem grinsen nicht heraus. Saftig, waghalsige Beats begleiten diese tanzende Schlämmerfreude und als das Glockenstimmchen ertönt tropft uns der Karibik-Kiwi-Smoothie elegant über das Kinn. Endlich satt, glücklich und erfrischt über beide Grübchen drehen wir wieder an der Twisterscheibe und erwischen: linker Fuss auf Gold – Beide Augen auf Wow.

Bird Berlin ist eine One-Man-Glitzer-Show. Zu den Beats seines iPods singt und tanzt diese optische Täuschung soft bekleidet und leichtfüßig wie eine Elfe. Lasst euch die Lichtbrechungen an seinem glänzenden Körper nicht entgehen und tanzt ein letztes mal den Birdi mit ihm.

 

Angela Aux

„I’m a killer kid“, begrüßt eine weiche Lawine aus Fragezeichen – ein flauschiger Dornenwald aus Synthesizern und Beatles-Klaviatur. So stößt Angela Aux das Tor in sein viertes Album auf, steht lächelnd auf der Schwelle und winkt herein: in die Untiefen der Alltäglichkeit des ganz normalen Wahnsinns – „I can’t get away with it“. Ein popmusikalischer Wiedergänger, dervergessene Schätze einsammelt und neue funkelnde Wolken daraus strickt. “Songs schreibenist für mich wie Schiffe bauen, ich sammle Ideen und Weisheiten und schicke sie auf diesenSchiffen in die Zukunft” erzählt Angela Aux.

Angst, Sehnsucht, Tod und Teufel sind die Jonglierbälle seiner Erzählungen, einempsychedelischen Set aus Metaphern: “Ich reibe mich an diesen Dämonen, suhle mich in ihrerHeftigkeit. Ich liebe die Erschütterung die von ihnen ausgeht”. Sanft aber bedingungslosspaziert er durch die Katakomben unserer Persönlichkeiten als glitzernde Stimme hinter den Dingen, den Szenen und Irrlichtern.

Zwei ertrinkende Freunde grüßen verwunderte Fische („Story Of Heavy Mike“) – oder„Heaven is loaded with Oceans“ – diese bizarren Märchen-Stimmungen entfalten einen zauberhaften Sog. Wes Anderson und Jim Jarmusch, glänzen aus den Szenarien, denlapidaren Abgesängen auf eine immer schon falsche Welt. „Mich interessieren die Widersprüchlichkeiten, diese unbeschreiblichen Zustände: diese wundersamen Gossen-Weisheiten und die unergründliche Melancholie”.

“In Love With The Demons” ist eine Essenz seiner bisherigen Arbeiten: diversen Solo-Platten, Alben mit Bands (Aloa Input, Sepalot Quartett) und Kompositionen für Kino und Theater. Die Reduktion seines Vorgänger-Albums “Wrap Your Troubles In Dreams” bricht Angela Aux dabeiwieder auf und bastelt dafür strahlende Mosaike aus den Fetzen der großen Mystiker: Lou Reed, John Lennon, Nico, Leonard Cohen und Neil Young – als wäre ihm die Popmusikgeschichte der liebste Malkasten.

Mit Produzent Nico Sierig (Joasihno, Instrument) und einer illustren Runde von GastmusikerInnen (Maria Moling, Cico Beck, Sebastian Weiß aka. Sepalot, Micha Acher, Peter Pazmandi, Marcus Grassl, Matthias Lindermayr und Sam Irl) entstand eine faszinierende Sammlung hypnotischer kleiner Instant-Hymnen.

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Text und Musik sickern langsam durch die Gehörgänge ins Gehirn und entfalten sanft ihre psychedelische Wirkung. Als würde man die Songs schon seit Ewigkeiten kennen und gerade auf einem alten Walkman wieder finden. Cinematisch und monumental fixieren sie die Aufmerksamkeit der HörerInnen, schleichen sich regelrecht ins Bewusstsein. Dort bleiben sie hängen, tief und unmerklich, fast unscheinbar. Aber wenn es still wird und ruhig, bevor einem die Augen zufallen oder man in die Dusche steigt, erheben sich die Szenarien wie zärtliche Dämonen. Süß und geheimnisvoll bitten sie zum nächsten Tanz.

 

 

 

**präsentiert von: MunichMag

 

01.06.2019 // Einlass 19.00 Uhr // Beginn 20.00 Uhr

VVK 14,00 € zzgl Geb. AK 17,00 €

Karten – hier!