Konzert: Melting Palms & Prohibition Prohibition

Melting Palms & Prohibition Prohibition

Melting Palms

Sie gelten als die lauteste Band Hamburgs, gesprengte Schubladen pflastern ihren Weg und jetzt erscheint mit „Noise Between The Shades“ das zweite Album. Eine Kaskade aus
Euphorie und Drama – mehr Schönklang, Lärm und emotions wird man schwerlich anderswo finden.

Fünf friends vereint in der Faszination für Reverb, Delay, Hall, wo gibt‘s denn sowas? Na, bei Melting Palms halt. Ihr brachialer Sound öffnet Räume, schafft erstmal richtig Platz,
ist gleichermaßen aber immer auch hochkonzentriert. Als vage Referenzen seien My Bloody Valentine, Sonic Youth oder Deerhunter genannt, für Genrebegriffe müsste man dagegen tief
in die Neologismen-Kiste greifen: Könnte das jetzt Shoegaze-Psychedelic, Kraut-Punk oder Abrissbirnen-Schlager sein? Keine Ahnung. Feststeht aber, dass mit „Noise Between
The Shades“ ein Album erscheint, dass die Kraft besitzt, weit über den deutschsprachigen Raum hinaus zu reichen.

Genre: Shoegaze, Dreampop, Neopsych

 

Prohibition Prohibition 

Eine düstere Anspannung liegt über dem Münchener Projekt Prohibition Prohibition. In ihren Songs erschaffen die vier Musiker einen zornig-lärmigen, komplexen und doch eingängigen Sound, der an einige Bands der 80er Jahre erinnert aber auch Einflüsse der neuen britisch-irischen Undergroundszene erkennen lässt. Gitarrenklänge wandern zwischen Sterilität und Unkenntlichkeit, Drums und Basstreiben die Songs als Rhythmuskomplex an und brechen genau wie die Kompositionen immer wieder in Kontrollverlust aus.

Über all dem liegt der Gesang, der mal kühl erzählend, dann vor Verzweiflung schreiend philosophische und literarische Fragmente zu neuen, abgedunkelten Erzählungen verwebt. Ein angemessener ästhetischer Ausdruck für eine aus den Fugen geratene Welt. Dass Musik, die so angemessen druckvoll in die Magengegend und so bittersüß ins Ohr geht, aus der Stadt kommt, die vor allem für ihre herausgeputzte Faltenlosigkeit bekannt ist, ist verwunderlich und doch eine schöne Abwechslung. Ist das schon zu bedrohlich oder darf das bleiben? Ein kleines Grafitti am renovierten Altbau, eine letzte Kellerbar unter den Kanzleien und Yogastudios, leichter Zigarettenrauch vor Luxuscafés und Modegeschäften–ein kleiner, notwendiger Dorn im Auge der fiction of purity.

Genre: Post-Punk

***präsentiert von New Basement

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27.10.2022 // Einlass: 19:00 Uhr // Beginn: 20:00 Uhr

VVK: 10 € zzgl. Geb. // AK: 12 €

Tickets gibt’s hier!