Konzert: Vienna Vienna: Scarabeusdream & Tents

2019 knüpfen wir an unser Festival VIENNA VIENNA von 2017 an! WIEN – MÜNCHEN, eine der schönsten Diagonalen des kulturellen Austauschs. In Wien sprießen die Bands nur so in die Höhe und wir wollen sie hören, die ausgefallene, vielfältige, aktive Wiener Szene! Zwei KünstlerInnen/Bands an einem Abend in unserer neuen Reihe VIENNA VIENNA, die sehr regelmäßig an den Start geht.
Schmieds Puls waren dabei, Ankathie Koi, Nino aus Wien und Ernst Molden, es folgen 2019 u.a. die gefeierten Post-Punk Newcomer Culk, Bernhard Eder, Pressyes u.v.m.

Scarabeusdream

Das zweiköpfige Orchester Scarabæusdream legt mit ihrem dritten Album «crescendo» einen Meilenstein, erschafft ein Ungetüm, ein Werk. Klanglich und konzeptuell vom Produzenten Johannes Cap auf den Punkt gebracht, spannt sich der konzertante Bogen der beiden von mitreißender Posthardcore-Manie bis hin zu grell-präzisen Pop-Blitzen. Gleich drei Songs sind Euphoria betitelt und das nicht ohne Grund: Hannes Moser am Schlagzeug und Bernd Supper an Klavier und Stimme schaffen in ihren Arrangements eine musikalische und emotionale Fallhöhe, die jeglichen Vergleichen entbehrt. Da brechen meterdicke Soundwände durch, und sintflutartige Klangwellen verdampfen im nächsten Moment zu Wolken, die fragile Interludes tragen. Das Al- bum «crescendo» dringt ein und durchdringt, tätowiert sich in die hinterste Herzkammer, umarmt offenbarend und hinterlässt eine Sucht.

…zur Band
Viele wilde Wortkonstrukte werden ausgepackt um Scarabæusdream einem Genre
zuzuordnen. Zugegeben schwierig, reicht doch das „gewaltige Universum“ des Duos laut Intro von episch-orchestraler Klassik über Posthardcore-Geschrei bis hin zu Pop. Und das trotz der schmalen Besetzung von Piano und Schlagzeug. Das klingt nach Euphorie, nach Wahn und auch nach Liebe. Dazu die Band: „Es sind doch alles Liebeslieder. Würden wir nicht an sie glauben, gäbe es auch keinen Grund sich zu empören.“
Wer schon einmal eines der Nach-uns-die-Sintflut Konzerte der beiden gesehen hat, weiß von der mitreißenden Direktheit und fühlbaren Gegenwärtigkeit, die ihre Musik ausmacht. Scarabæus- dream sind laut und gewagt, dabei alles umarmend und extrem. – Ja, da sonst überall das Mittel- maß lauert und Kunst zur Unterhaltung wird. Dort, wo erzwungene Stille, falsche Harmonie und Heimatglaube herrschen, dort wollen sie nicht sein!

Tents

Eine Band zu gründen, das war einmal der Weg hinaus aus dem Arbeiterklasseschicksal, heute ist es bekanntlich öfter eine Beschäftigungstherapie der vergoldeten Jugend mit Statusangst auf hohem Niveau. Wir können nicht wissen, ob das für TENTS gleichermaßen gilt, es geht uns auch einen Dreck an. Was allerdings zählt, ist dass sie diese Einsicht blendend zu verarschen wissen. In „Sabbatical“, dem knackfrischen ersten Vorboten ihres Albums Stars on the GPS Sky, raten sie uns an, in unserem zwecks Selbstfindung freigenommenen Jahr doch den Kilimanjaro zu besteigen, einen Malkurs in Florenz zu belegen, als freiwilliger Helfer auf einem Bio-Bauernhof zu melden oder im Kajak durchs Meer zu paddeln. In jedem Fall: „Move your asses!“

Das wird kein Zufall sein, denn wir haben es hier mit einer Band zu tun, die „die Erzählung von Pop“ mitdenkt, sowohl in ihrer Musik als auch wenn sie sich in ihren Pressefotos mit vom Künstler Bernhard Rappolds zu „exotischen“ Instrumenten transformierten E-Gitarren fotografieren lässt.
Eine Band, die eine glänzende Snaredrum aufs Cover ihres Albums tut und dazu in einem gemeinsamen Statement erklärt: „Die Snaredrum, als banaler musikalischer Gegenstand, wird in der Darstellung einer übersteigerten Produktphotographie zum Fetischobjekt stilisiert, schlicht zum Synonym für Pop(-musik).“

07.06.2019

Einlass: 19:00 // Beginn: 20:00

VKK: 14 Euro/ AK: 17 Euro

 Tickets – hier!