Konzert: Whiskey Shivers / Young Fast Running Man

Whiskey Shivers sind eine Band mit großartig talentierten und sehr unterschiedlichen Musikern, die schon ein stückweit anders sind als die traditionelle Bluegrass-Welt. Da geht es ihnen sehr ähnlich wie ihren “Labelmates” von The Dead South, mit denen sie im Herbst 2019 auf US-Tour waren. Die Washington Post beschreibt sie als „apocalyptic Americana“ und NPR nennt ihre Musik „frenetic bluegrass with a punk spirit” und beides trifft es ziemlich gut.

Der Bluegrass-Tradition folgend enthielten die ersten Alben der Band noch ziemlich viele Cover einiger Klassiker in ihrem etwas atypischen Bluegrass-Gewand.  Auf dem neuen, fünften (!) Album “Some Part of Something” fühlt die Band sich nun aber endlich immer wohler mit eigenen Songs und so sind die Cover dann eher die Ausnahmen, wobei sie diese einfach lieben wie man bei ‘Friday I’m In Love’ (The Cure) und  ‘True Love (Will Find You In The End)’  (Daniel Johnston) hören kann.

Natürlich geht es auch bei den Whiskey Shivers primär um ihre Live Sows – barfuß, ärmellos und schwitzig ist nicht nur Sänger und Geigen-Master Bobby Fitzgerald, der selten ohne Lächeln spielen kann. „All right! Let’s kick this thing in the face!” bellt er, wenn die Band mit ihren Streichinstrumenten in atemberaubender Geschwindigkeit loslegt – dabei mag es etwas klischeehaft klingen, aber spätestens beim zweiten Song wird man sein eigenes Lächeln nicht mehr los. Natürlich ist es einer solchen Band furz- (sorry)egal, ob sie nun im Garten auf einem BBQ, in einem Punkrock-Schuppen oder auf einem Musikfestival spielen.

“Whiskey Shivers isn’t just the five of us on stage, it’s everybody in the room,“ so Fitzgerald. „We try to bring everybody into the moment and get them to realize there’s no wall between us and the crowd. We’re all in this together, and we’re all here to have a good time. We’ll do our best to facilitate it, but it takes all of us to make it happen. When you start to feel that, you can’t help but feel a little attachment and become invested in the show. You realize, ‚Oh, I’m here to have good time too

Support: YOUNG FAST RUNNING MAN

Auch auf seinem zweiten Album mit dem Titel “Young Bird” (VÖ: 02.11.2018) ist es die Akustikgitarre, die sich wie ein rot er Faden durch die Songs des Künstlers Young Fast Running Man hindurchzieht. Wie ein junger Vogel auf seinem Flug über wechselnde Landschaften wird der Zuhörer auf eine Reise durch verschiedene Klänge und Stilrichtungen geschickt, wobei Einflüsse durch die Urväter des 60er Jahre Bluesrocks wie Eric Clapton oder Peter Green und Folk-Songwriter-Größen wie Nick Drake oder Mark Lanegan stets fest in den Liedern des in München lebenden Künstlers Fabian Hertrich verwurzelt bleiben.

Wie der Albumtitel und Künstlername schon andeuten, sind es jugendliche Neugierde, Entdeckungsdrang und ein großer Wunsch nach Freiheit und Selbstbehauptung, die den Künstler antreiben. Das Lösen von Normen, Vorurteilen und alltäglichen Zwängen, sowie das Verlangen nach Ungebundenheit in einer immer hektischeren und unzufriedenen Gesellschaft. Bescheidenheit und der Sinn für Ästhetik in der Einfachheit sind nicht nur Themen seiner Erzählungen, sondern werden auch in den Arrangements integriert. Die thematisch wichtigsten Ankerpunkte bilden jedoch zum einen die Natur in ihrer unverkennbaren Schönheit und zum anderen Menschen, die das Leben und die Musik dieses jungen Mannes für immer auf besondere Art und Weise geprägt haben. So widmet sich der gebürtige Landshuter auch in mehreren Songs seinen niederbayerischen Wurzeln. Vielleicht fühlt sich am Ende nur der frei, der seine Wurzeln kennt und auch aus höchsten Höhen stets auf diese zurückblicken kann. So heißt es im Titeltrack „Young Bird“: „Time you need, time to be found – roots beneath you, forever bound.“

Photos Copyright: Sean Daigle

20.01.2019 // Einlass: 19:00 // Beginn: 20:00

VVK: 13,00 € zzgl. Geb. // AK: 16,00 €

Karten – HIER!